Montag, 20. April 2015

Über Uns

Hallo zusammen!

Mein Name ist Silke und ich liebe Hunde.

Seit ich zurückdenken kann, ist mein Leben von Hunden geprägt, wenn ich auch erst vor ca 15 Jahren zu unserem ersten eigenen Hund kam.

Als ich ganz klein war, trennten sich meine Eltern und ich bleib bei meinem Vater wohnen.
Wenn ich aber in den Ferien bei meiner Mutter war, waren dort immer Hunde.

Mein erste Erinnung ist eine Schäferhündin mit Welpen, und später eine Bullterrier-Mix mit gerade Nase.

Bei meinem Vater lebte ich in einem Reihenhaus und unsere direkte Nachbarin  eine alleinstehende Lehrin holte sich einen Schäferhundwelpen. Zu dem Zeitpunkt war ich 11-12 Jahre.
Ab dem Zeitpunkt war ich jede freie Minute bei ihr drüben oder an unserem Zaun und spielte mit dem Hund, ging mit bei Spaziergänge auf dem Feld oder sogar zum Hundeschule.
Damals war die Hunderziehung noch "einfach", der Hund muß horchen und man zog Kettenhalsband an und maschierte los.

Mit 13 Jahren kam eben diese Nachbarin zu mir und meinte:" Silke Du liebst doch Hunde, willst Du evtl mal mit einem Hund Gassi gehen?"
Ich bekam damals Sternen in die Augen, frage meinen Vater um Erlaubnis und los gings.
In unsere Nachbarschaft lebte eine älter Dame, die schwer Rheuma geplagtwar, damals aber bereits einen Hund aus dem örtlichen Tierheim hatte und sich auf keinen Fall von ihm trennen wollte, nur es ging eben nicht mehr so gut. Dreimal am Tag mit dem Hund raus, war ihr zu viel, gerade eben wenn sie ihre Schübe hatte.
Ich ging also nach einem Tag mit Erwachsenenbegleitung mit dem Hund über die Felder und ab dem Tag alleine.
5 Jahre lang, jeden Tag, bei Regen, Sturm, Schnee oder Hitze.
Linda, sie hieß die reinrassige Mischlungdame, enthielt bestimmt einen Terrier, da bin ich mir heute sicher, denn sie hatte DEN Sturrkopf schlecht hin.
Mein erste  Spaziergang mit ihr, endet an dem Ziel, was sie aussuchte nicht ich ;-), aber über diesen Hund lernte ich viele viele liebe Menschen kennen und machte mein Leben reicher.

Als ich dann in die Ausbildung ging, suchte ich eine Nachfolgerin für den Job, die es aber nicht lange machte, denn der Hund starb in den Armen seines Frauchens auf dem Weg zum Tierarzt:´-(

Ziemlich genau ein Jahr später lernte ich meinen jetzten Mann kennen, er war auch mit Hunden groß geworden, hatte aber immer rote Cockerspaniel.
Sein damaliger Hund wurde eingeschläfert, als wir uns gerade ein Vierteljahr kannten.

Er wohnte damlas noch zu Hause und seine12 jahre jünger Schwester wollte unbedingt wieder einen Hund. Also ging man zum Züchter und die Wahl fiel schnell.
 Caprice war ihr Name. Und ich war hautnah dabei, als sie aufwuchs.
Sie war ganz lieb und verträglich, aber wehe sie war alleine, sie fraß alles, machte alles kaputt, NICHTS war vor ihr sicher und die heulte die Wände zusammen.
Als sie 8 Jahre alt war, änderte sich die Familienverhältnisse, meine Schwägerin zog zu Hause aus, meine Schwiegermutter wurde schwer krank und konnte sich nicht um den Hund kümmern, also nahmen wir den Hund auf.
Es dauerte eine Weile bis sie unsere aufgestellten Spielregeln akzeptierte und auch mal alleine blieb und nicht alles kurz und klein fraß, aber dann war sie der liebste Hund. Sie lief ohne Leine, hörte auf Wort und war einfach ein Schatz.
Bei einer Notoperation wegen einer Gebärmuttervereiterung entdeckte die TA einen Knoten an der Milchleiste, der aber nicht operiert werden konnte.
Man laserte ihn, aber es hat das unvermeidliche nicht verhindern können, dass Anfang 2007 mußte sie eingeschläfert werden und es war sehr hart und sogar die TÄ hatte Tränen in den Augen.

Mein Mann wollte damals wieder einen Hund holen, ich hielt ihn daber erstmal zurück, denn wir hatten zu dem Zeitpunkt, Hasen, Meerschweinchen, Wellensittiche und waren beide voll berufstätig.

Ende Juli wurde dann meine Häsin krank und wir fuhren, wie vom Schicksal geleitet, zu der TÄ bei der wir mit Caprice in Behandlung gehabt haben, denn für uns ist sie nach wie vor DIE Tierärztin und sie hat schon einige "Wunder" bei uns vollbracht.

Wir kamen dort also ins Behandlungszimmer, die TÄ schaute auf und meinte nur: "Sie kommen wie gerufen!"

Wir waren erstmal verdattert und sie fuhr vor: "Wir suchen jemanden, der einen Hund vorübergehend bei sich aufnimmt, dessen Herrchen heute morgen gestorben ist"
Noch waren wir zu keiner Reaktion fähig, als sie nachsetzte: "Es ist ein ca 9 Jahre alter Schäferhund"
Ehe mein Mann reagieren konnte, hatte ich schon gesagt: "Klar, nehmen wir!"
Mein Mann war damals wegen einer Knie-OP krankgeschrieben und eh zu Hause und es hieß ja vorübergehend.
Es wurde also ausgemacht, dass nachmittags eine Freundin, des Sohnes des Verstorbenen uns den Hund brachte.
Ihre Zeit bei uns habe ich damals schon in einem BLOG festgehalten.

Sie hatte noch fast 5 Jahre und sie fehlt mir heute noch.
Sie war eine Seelenhündin, hat mich so viel gelehrt, mir soviel gegeben...

Als sie eingeschläfert worden ist und in unserm Garten beerdigt worden war
waren wir krank, regelrecht krank. Wir fühlten uns leer, nutzlos und unendlich traurig!

Mit Eika ist auch der Tierschutzgedanke in mir gewachsen und ich überredet meinen Mann, doch die Tierheime abzuklappern und dort einen Schäferhund kennenzulernen und ihn dann später zu adoptieren.
Wir arbeiten und also durch Internet und landen nach einer Suche im Tierheim Mainz.

Ich telefonierte dort mit einem sehr netten Mann, dem es auch recht war, dass wir nachmittags vorbeikommen wollten.
Wir also über die Autobahn 70 km gefahren. Auf der Fahrt kam ich mir wie eine Verräterin vor, Eika war noch keinen 24 Stunden tot und ich hielt schon nach "Ersatz" und Nachfolge Ausschau....
Aber der Anblick der vielen vielen armen Hunde die da in den Zwingern, eng auf eng, bei einander saßen, vor lauter Streß im Kreis liefen, abgemagert waren, sich die Gitter drückten um ja ein par Streicheleinheiten zu bekommen, tat mir in der Seele weh und mein Gewissen beruhigte sich sehr schnell.

Nach dem wir einen Hund mit Beschützer-Verhlalten, einen mit Futtermittelallergie, ein Hund mit Tierheim-Streß und einen mit Auflagen wegen Bissigkeit kennengelernt haben, kam wir dann Lutz kennengelernt.

Diesen Hund hatten wir schon anhand der Homepage in die Engere Wahl genommen:

Lutz
Deutscher Schäferhund
Rüde
geb. ca. 2008


Das war damals der Text auf der Seite des TH
Der wunderschöne DSH-Rüde kann von sich behaupten, der erste Neuzugang des Jahres 2012 zu sein - kam er doch am 31.12.2011 als Fundhund ins Tierheim. Toll! Aber ob er sich darüber so richtig freuen kann? Wahrscheinlich eher nicht wirklich...
Ein wirklicher Grund zur Freude wäre es, wenn er möglichst bald ein neues zu ihm passendes Zuhause findet!
Und Lutz hat außer seinem hübschen Aussehen einiges zu bieten! Hier zeigt er sich als sehr nett und verschmust. An seiner Erziehung muss noch etwas gefeilt werden, aber als Schäfi im besten Alter wird er sich als dankbarer und gelehriger Schüler zeigen.



Nachdem wir mit ihm Gassi gegangen sind, bzw. er mit uns.... er zog nämlich wie Bolle, hatte das Tierheim schon fast alles fertig, damit wir ihn gleich mitnehmen konnten.
Ich wußte nicht ob ich lachen oder weinen sollte, es ging mir doch sehr schnell, ABER ich brachte aber auch nicht über das Herz das Tier wieder in den Zwinger zurückbringen zu lassen.
Also kam er mit.

Die Heimfahrt war gut. Lutz stieg ja ohne Probleme bei uns ins Auto, guckte während der Fahrt interessiert aus dem Fenster, legte sich auf der Autobahn sogar hin und war ganz friedlich.

Ich dachte damals echt, ich kenne mich mit Hunden aus, mir erzählt keiner mehr was neues.
Als Eika noch lebte hatte ich ja schon Kontakt mit Hundeschulen gehabt, von einer mit Trainingsplatz, die nach Begleitschutzhunde-Vorgaben ihr Training gestaltet, über meine ersten Berührungspunkte mit  dem Animal Lern-Erziehungsstil.

Tja, aber bei Lutz der zog wie ein gestörrter und höchst aggressiv auf andere Hunde reagiert nutzten all meine Kenntnisse nichts.
Ich tauschte mit im Internet mit Leidensgenossinnen aus und stolperte dabei über den Ausdruck" Rüpel-/Raufergruppen"
Als ich diesen dann mal näher betrachtet, dachte ich, dass das evtl etwas für Lutz sei, fand dann auch bald eine Hundeschule, die schlapp 45 km von uns entfernt lag, und setzte mich mit ihr in Verbindung.
Er rief aufgrund einer Email die ich geschrieben hatte bald zurück, hörte ich mein Wehklagen an und meinte, dass Raufergruppen gerade nicht das sein, was uns helfen könne, sondern eher die Problemhunde.
Er wollte sich Lutz mal anschauen.
Wir also hin, zum Erst-und Einzelgespräch, wobei herauskam, dass ich auch diesen Hund am Halti führen müsse, um auf seine Kraft und sein Vorwärtsstreben Einfluß nehmen zu können.
 Menschen die uns damals gegegneten wechselten die Straßenseiten, eine Zugfahr-Bekannte von mir meinte nur: "Den bekommt ihr niemals in den Griff, das sieht man doch."
Meine Beste Freundin meinte nur: "Wie gut  dass er bei Euch gelandet ist, denn wenn jemand den Hund erzogen bekommt, dann Du!"
Sie sollte recht behalten, denn ab dem Zeitpunkt wurde es echt Besser.
Von mal zu mal konnte man Fortschritte sehen, erkannte, wie Lutz ruhiger wurde, der Streßlevel auf der Straße nachließ, er mehr vertraute und führiger wurde.
Nach einem halben Jahr meldet ich mich bei den Problemhunden ab, denn ich konnte mit Lutz an kläffenden, terrormachenden Hunden vorbeigehen, es war ein Traum.

Wir gingen statt dessen in einen ZOS (Zielobjektsuche) Kurs 

Wir waren gut dabei, als Lutz dann nach einem wunderschönen gemeinsam Urlaub morgens plötzlich hinkte und wankte. Wir hatten ihn gerade mal 27 Monate zu dem Zeitpunkt
Der Not-TA diagnostizierte Ellbogen-Gelenksentzündung.
Nach drei Tagen war denn aber verändertes Urinieren zu beoachten, was wir auf die Tabletten schoben.
Der Tierarzt schaute drauf, meinte es wäre Leishmaniose. Nahm Blut hab, gab uns neue Tabletten und meinte wenn am WE es schlimmer werden sollte, sollten wir in die Tierklinik fahren.
Sonntags brach Lutz dann total zusammen, kam morgens nicht mehr hoch, der Bauch war dick wie ein Ballon und die Schleimhaut nicht durchblutet.
Also in die Tierklinik, die nochmal Test und Untersuchungen machte und zu dem Ergebnis kam:
eingeplatzter Lebertumor mit Wasser-Blut-Einlagerung im Bauchraum und darin enthalten 77 % Metastasen-Zellen.
Man konnte nichts mehr machen,  aber es war ein Trauma. Es war sooo hart und so plötzlich!
Wir waren gerade auf einem guten Weg und hatten soviel noch vor...

Das Tier für das Krematorium haben wir in der Tierklinik gelassen, heim konnten wir nicht.
Beim Tierheim waren Gassizeiten, also fuhren wir dorthin, ließen uns einen Hund geben und gingen über die Felder.
Aber das Tier muß ja wieder zurück und wir in unser einsamen Haus.
Nie bin ich sooo ungern heimgekommen.
Das Haus, war still, leer wie unsere Herzen, die traumisierte Leere enthielten.

Haltet mich für kaltherzig, aber ich mußte am nächsten Tag arbeiten.
Ich war von 3 Kollegen die einzige die nicht krank oder in Urlaub war, ich mußte arbeiten, zum Glück waren nur eingeschränkte Öffnungsseiten.
Ich heulte mehr als dass ich arbeitete, aber es lenkte ab und viele liebe Kollegen hatten ein offenes Ohr und tröstende Worte für mich.
Eine meiner Lieblngskollegen, die ebenfalls immer Hunde aus dem Tierschutz hatte, sagte, ich solle mir unbedingt wieder einen Hund holen.
In den Tierheimen säßen so viele unüberlegte Seelen, die auf ein neues Zuhause warteten, sie drängte mich auch nicht zu lange zu warten, ich dürfte jetzt nicht "menschlich" denken, in dem ich Lutz ersetzte, sondern einfach an das Tier denken, was mich dann auch ablenkte...
Eine andere Kollegin, die im Tierschutz hilft, kam jeden Tag mit einem neuen Hundenamen, den ich im Internet anschauen sollte, aber es war nichts dabei, bis mein Mann dann Donnerstags mit dem Namen LYKO  kam, ein Schäferhundmischling, der in Reutlingen saß.

Er hatte schon mit der Tierpflegerin gesprochen, die meinte das wäre der Hund für unsere "Ansprüche" Wir fuhren ein paar Tage später hin und seit dem ist nichts mehr wie es war.
Lyko ist ein Wirbel und ein Jungspund und dachte ich, das ich nach Lutz alles über Hundererziehung wüsste, habe ich durch Lyko mich eines besseren Belehren lassen.Vom anspringen, über Massregeln zu Hausse, über Beute verteidigen, über Postbotin bedrohen, Kinder zwicken war echt bislang in dem halben Jahr alles dabei, außer Beißereien mit Artgenossen, den Lyko ist verträglich!

Morgen habe ich mein erstes Einzeltraining, denn sein Verhalten an der Leine, ist nicht nur Pöpeln und hat sich während den dunklen Monaten ins ein Stadium gesteigert, was unbedingt therapiert werden muß.


So, das sollte es für's Erste an dieser Stelle gewesen sein, morgen dann mehr von mir/uns

Gruß Silke + Lyko













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