Mittwoch, 28. Oktober 2015

Fehler in der Hundeerziehung -Baustellen

Hallo!

Ich bin die Tage über einen super interessanten Artikel von Nicole bei
Moe &Me gestoßen, zu dem ich gerne was sagen will.
Genau das ist das was mich momentan etwas umtreibt. Baustellen oder Fehler in der Hundeerziehung.  Wer träumt nicht davon einen "perfekt erzogenen und funktionierenden Hund" ;-)

Ich habe ja das Trainingstagebuch hier etwas schleifen lassen, denn es gibt nicht viel zu sagen, es gibt gute Tage, es gibt schlechte Tage.
Im allgemeinen läuft es gut, besser wie erwartet.
Lyko ist ansprechbarer, bellt zwar noch Menschen an, wenn er sie sieht, aber eine freundliche Ansprache langt in der Regel, dass er sofort aufhört  und weiterführbar ist.
Ein großes Problem sind momentan Hunde.
Da wir jetzt morgens und abends nur noch im Dunklen spazierengehen, ist es schwierig, denn  wie ich in meinem letzten Beitrag schon schrieb, sind die wenigsten Hunde beleuchtet. Somit für mich zu spät zu sehen und ich kann nur noch reagieren und versuchen Lyko gehändelt zu bekommen.
Sein Verhalten Hunden gegenüber ist um einiges schlimmer, als bei Fußgängern oder Menschen generell und da wären wir schon beim Punkt 1.

Lyko ist unser 3. Hund in den letzten 15 Jahren und obwohl ich mich nicht als Experte bezeichne, behaupte ich schon Hundeerfahren zu sein und zu wissen worauf es ankommt.

Das A & O ist Konsequenz, tja und das ist bei mir leider Tagesform abhängig.
Bin ich morgens beim ersten Gassi noch müde, oder abends nach einem anstrengenden Tag im Büro ausgepowert, lasse  ich mehr durchgehen oder massregel Dinge heftiger oder lasse sie durchgehen als ich sollte.
Hunde haben dafür ein feines Gespür und so nutzt Lyko solche Stimmungen immer gerne aus.

Ebenso beim Deckentraining.
Lyko hat im Erdgeschoss ja keinen Hundekorb, sondern eine Decke auf einer Sofaecke, die als "Sein Platz" konditioniert ist.
 






































Seltsamerweise funktioniert, das Schicken auf denselbigen aber hier weniger zuverlässig, wie das schicken in seinen Korb oben im Schlafzimmer.

Lyko liegt unten immer in meiner Nähe.
Sitze ich auf dem Sofa auf dem auch seinen Platz ist, geht er dorthin, sitze ich aber auf dem gegenüberstehenden Sessel z.B. beim Fernsehgucken, liegt er zu meinen Füßen oder in meiner Nähe.
Ich habe das Deckentraining mit Leckerchen aufgebaut, nach folgender Anleitung:



, später dann mit Spielzeug verstärkt.
Er muß auf seinem Platz sitzen/liegen und warten, wenn ich Spielzeug im stockwerk verstecke und ihn suchen schicke.
Seit dem ich das mache, klappt das Schicken auf seinen Platz besser, aber wenn Lyko nicht will, will er nicht!!!
Wenn ich ihn z.B. auf seinen Platz schicke, weil er mir im Weg rumsteht, oder am Tisch bettelt, oder es an der Haustür klingelt oder bei uns Besuch zu Gast ist.
Da kann ich mit einer Wand reden! Er geht dann nicht auf seinen Platz, wenn ich ihn versuche am Halsband dorthinzuführen, dann legt er sich auf die Seite oder den Rücken und geht keinen Schritt.

Lange Rede kurzer Sinn. Wäre ich hier konsequenter könnten wir den Befehl bestimmt bereits zuverläßig anwenden. So schaue ich auf 1 Jahr gemeinsame Zeit mit Lyko zurück und so ein wichtiger Befehl sitzt nicht!


Dann der Kontrollwahn und das Bellverhalten draußen:
Ich habe ja viele ausführliche Einträge über sein Verhalten draußen geschrieben und muß das hier nicht wiederholen, wie er sich aufführt.
Aber ich bin etwas genervt, denn wie auch beim Deckentraining, denke ich, wäre ich etwas konsequenter könnte es draußen besser laufen.
Statt dessen muß ich mir "Sprüche" und "Bemerkungen" anhören die mich wütend und traurig machen und mich nerven.
So gestern, wir waren auf dem Rückweg nach Hause und ich bin durch eine belebte Hauptstraße gelaufen. Problem an dieser ist, es gibt eine Strecke lang nur auf einer Seite einen Fußgängerweg (Bürgersteig). Dazu kommt, dass die Autos hier in dem Bereich, wegen schmaler Fahrbahn meist mit einer Seite auf dem Bürgersteig parken, so dass man als Fußgänger gerade mal so durchkommt.
An genau dieser Nadelöhrstelle kamen mir gestern ein Paar entgegen. Ich wich mit Lyko auf die Fahrstraße auf. Genau in dem Moment kam, aber dann zwar kein Auto, ABER ein Fahrrahrdfahrer hinter uns.
Ich  stellte Lyko neben ein Auto und schirmte Lyko so gut es ging mit meinen Körper ab. Als der Fahrradfahrer passiert hatte und die Fußgänger auf dem Gehweg auch vorbeigelaufen waren, ging ich wieder auf den Bürgersteig um meinen Weg fortzusetzen.
Genau in dem Moment sah ich aus den Augenwinkeln, dass der Betreiber des Dönerladen auf der anderen  Straßenseite vor seinem Laden stand und dieser wurde von Lyko verbellt.
Ich habe ihn mit einem kurzen Befehl zum aufhören gebracht, führte ihn weiter und alles war gut.
Der Mann, jedoch der verbellt wurde, murmelte etwas von "boah, der braucht einen Maulkorb, heftig". Obwohl ich ihn nicht beachtete, verletzte mich dieser Kommentar!
Ich bin bei sowas empfindlich.
Zum einen, darf ein Hund ja bellen und nur für's bellen muß man einem Hund keinen Maulkorb anziehen, sonst müsste jeder Kleinhund mit Maulkorb rumrennen!
Zum anderen, war dem Mann selbstverständlich überhaupt nicht klar, dass Lykos Verhalten zum einen viel besser ist als es mal war und ich eigentlich ziemlich stolz darauf bin, dass Lyko inzwischen ansprech- und führbar  ist  uind wir ja vorher schon zwei Reize bravorös gemeistert hatten.
Auch interessierte ihn in keinsterweise die Motivation von Lyko der eben mich beschützen will und mir "potentielle" Gefahren meldet.
Aber wie geschrieben ging ich dann nicht nur mit dem geknickten Selbstbewußtsein weiter, ich ärgerte mich auch über mein inkonsequentes Verhalten, was zur Folge hat, dass Lyko überhaupt noch bellt.

Letzter Punkt ist das Stalken zu Hause.
Lyko läuft mir zu Hause IMMER und überall hinterher.
Das ist leider in keinsterweise übertrieben und ich stehe dem ganzen etwas Hilflos entgegen.
Aber mal von Anfang, ein paar Beispiele um Euch die hartnäckige Art und Weise zu vermitteln:
Ich war letzte Woche stark erkältet und mich plagt immernoch hartnäckiger Husten.
Dieser hat mich heute nacht geweckt und ich sah mich gezwungen das Bett zu verlassen, nach unten zu tapsen, Hustensaft zu nehmen und dann wieder ins Bett zu kriechen.
WER war mir auf den Fersen? Lyko!
Ach wenn wir von einem mehrstündigen Wanderung kommen, klebt Lyko an mir wie mit Pattex angekleistert. Ich kann nicht alleine aufs Klo, werde im Badezimmer besucht, und schicke ich raus oder verwehre im durch verschließen der Tür den Zugang, dann liegt er press vor der Tür.
Auch wenn wir Nasenarbeit, in Form von Trailen, Fährtenarbeit, ZOS gemacht haben kommt Lyko nicht zur Ruhe.

Unser letzer Hund war genauso, er war dort wo ich war, bei ihm war aber das einfach, weil ich seine Bezugsperson war und er gerne meine Gesellschaft hatte.
Bei Lyko ist das Glasklare Kontrolle und ich sollte dagegen was tun!
ABER zum einen weiß ich nicht was und wie! Denn er macht es immer und wird in seinem Verhalten nicht müde.
Bevor ich hier nun Zeilenweise das Problem schilder, zitiere ich mal aus einem Artikel von
Sabrina und Queen altem Blog
" Sie verfolgt mich auf Schritt und Tritt. Sie schläft mit im Bett,  sie liegt an meinen Füßen wenn ich am Schreibtisch arbeite,  sie liegt an meinen Füßen wenn ich koche und würde sogar mit ins Bad kommen[...]Ich hab stundenlang trainiert und bin von Raum zu Raum gelaufen. Sie läuft wirklich immer hinterher.  Überall liest man, dass der Hund nach zehn Minuten aufgibt und sich irgendwo hinlegt. Queen nicht Nach unfassbaren 65 Minuten hab ich aufgegeben. Neue Idee musste her. Das gleiche Spiel nochmal nur dieses mal nachdem wir 6 km joggen waren. Dieses mal gab ich bereits nach einer halbe Stunde mit einem Wadenkrampf auf. Noch einige weitere male versuchte ich diese Methode aber nie mit Erfolg.  Sie kam einfach nicht zur Ruhe.  Ich habe mich dann dazu entschlossen, eine Box zu kaufen, damit Queen einen Rückzugsort hat. Irgendeinen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen kann. Sie geht schon in die Box und mittlerweile hat sie sogar einige Male darin geschlafen , aber nur wenn ich auf dem Sofa daneben sitze. stehe ich auf, steht sie auf. "

 Ich stehe nun dem ganzen Hilflos gegenüber, DENN
wie Sabrina finde ich schön, dass Lyko auf mich aufpassen will und dort sein will wo ich bin und er eine Starke Bindung zu mir hat. Bei meinem Mann macht er es nicht, oder nur wenn ich nicht zu Hause bin.
Auch ewiges Hin- und Herlaufen, rauf und runter rennen, Türen sich sich zumachen zeigt nach stundenlangem anwenden, auch nicht nach ausgiebigem Auslastungsprogramm vorher wirkung.
Auch da Ignorieren fällt nicht auf fruchtbaren Boden.


So, das wären meine drei großen Baustellen und Fehler in der Hundeerziehung.

Habt ihr auch welche?

Gruß
Silke + Lyko








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